Eine bewegte Vereinsgeschichte

Die Entwicklung vom Gründungsverein bis zum Aufschwung ins zweite Jahrtausend.

Gründungsverein und Turngemeinde 1904

Noch umgaben Festungsmauern die Stadt Landau, als am 3. Juni 1861 Bürger sich zusammenfanden, um ihrem Hobby eine organisatorische Ebene zu geben: Der Turnverein (TV) Landau 1861 wurde gegründet.

Der-Eilbote-1861

„Der Eilbote“ verkündet, dass am 3. Juni 1861 in Landau ein Turnverein gegründet wurde.

Ein zweiter Verein entstand 1904 mit der Turngemeinde (TG) 1904 Landau; ihre ersten Mitglieder rekrutierten sich aus den Reihen des TV 1861. Die Tradition beider Vereine nahm nach dem Zweiten Weltkrieg die Turnabteilung im Allgemeinen Sportverein (ASV) 1946 Landau wieder auf.

Im Zug der politischen Ereignisse nach 1848 litten auch die Turnvereine unter administrativen Repressionen. Ein Erlass des Regierungspräsidenten der Pfalz vom 20. Oktober 1849 forderte die damaligen Landratsämter zur sorgfältigen Überwachung dieser Vereine auf, da aus der revolutionären Bewegung in Südwestdeutschland konsequent zu folgern sei, die Turner seien entschlossen, in der Deutschen Geschichte eine entscheidende Rolle zu spielen. Erst 1860, nach der Krönung Prinz Wilhelms zum König von Preußen, entfiel, von dort ausgehend, in den deutschen Staaten die polizeiliche Überwachung der Turnvereine. Noch im selben Jahr erlebte Coburg das erste deutsche Turnfest. Es fand ein solches Echo, dass sich binnen Jahresfrist die Turnvereine in Deutschland verzehnfachten. In der Pfalz übernahm der aus seiner Emigration in die Schweiz zurückgekehrte Franz Wilhelmi als Wander-Turnlehrer die Neuorganisation des Turnens.

Nach der Gründung des TV 1861 Landau im damaligen Cafe Lutz in der Reiterstraße – eine Initiative des Kaufmanns Lob – überschritt dessen Mitgliederzahl rasch die Hundertergrenze. Die Festungsleitung stellte dem Verein auf Antrag am Werk 41, im heutigen Goethepark, ein Übungsgelände zur Verfügung. Zeugwart Damm, von Beruf Zimmerermeister, baute in eigener Werkstatt die ersten Geräte; Lohgerber Brück stellte unentgeltlich die Lohe für die Sprunggrube bereit. Turnwart war der ehemalige Feldwebel und spätere Gastwirt Lieb. Allabendlich trafen sich die Turner am Obertorplatz zum Abmarsch auf den Turnplatz; im Winter war jedoch Zwangspause, weil eine Turnhalle fehlte.

Gründer-des-Turnverein-1861

Die Gründer des Turnvereins 1861: Löb, Lieb, Trauth, Fritscher, Damm, Ufer und Hauck.

Für den 8. September 1861 hatte der Pfälzer Turnerbund zu seinem ersten Turnfest nach Neustadt eingeladen. Bereits da konnte der TV 1861 seine solide Arbeit unter Beweis stellen: In den Siegerlisten finden sich seine Mitglieder Damm, Hauck, Schneider und Weitlauff. Die damalige Landauer Zeitung »Der Eilbote« berichtet von der Weihe der TV-Fahne am 29. Juni 1862. Das Fest sei in bester Harmonie verlaufen, obwohl die Behörden selbst für diesen Tag das Entrollen der Fahne innerhalb der Festungsstadt verboten hatten; 1848 und die damaligen obrigkeitlichen Erkenntnisse über die Turnvereine waren noch nicht vergessen. Ferner war Ende 1850 in Deutschland der Nationalverein entstanden, der sich mit seiner Idee durchzusetzen vermochte, für die deutsche Turnerschaft das Wehrturnen (Fechten, Marschieren, Schießen) einzuführen. Hieran entzündete sich erneut das Misstrauen der Regierung der Pfalz; mit ihrem Erlass vom 10. Oktober 1862 verfügte sie die Auflösung aller Turnvereine. Erst nach zahlreichen Protesten hob sie diese Verfügung am 10. Juni 1863 wieder auf, jedoch nur unter der Bedingung für die betroffenen Vereine, keine militärischen Übungen mehr anzusetzen.

TV-Männerriege-1890

TV-Männerriege, Aufnahme aus dem Jahre 1890

1870 wurde ein Großteil der Turner als Soldaten rekrutiert; der TV stellte sein gesamtes Vermögen zur Beschaffung militärischer Uniformen zur Verfügung. Auch nach dem Deutsch-Französischen Krieg ruhten die turnerischen Aktivitäten. Erst im Sommer 1887, mit der Feier des TV-Stiftungsfestes, kam ein dann aber dauerhafter Aufschwung. 1889 entstand die TV-Sanitätskolonne, die »Wurzel« des heutigen Ortsverbands Landau des Deutschen Roten Kreuzes. Mit verantwortlich für diese Aufwärtsentwicklung zeichnete Realschul-Turnlehrer Caspar Riedel, der als TV-Oberturnwart in der Vereinspolitik Akzente setzte, mit denen er auch bislang dem Turnen eher kritisch gegenüber stehende Bevölkerungsschichten für die Sache des TV gewann. Zusammen mit dem späteren Vereinsvorsitzenden Jean Schmitt, der als Turnwart ihn nach Kräften unterstützte, leitete er die Landauer Turner optimal.

Aus welchen Gründen auch immer sich 1904 ehemalige TV-Mitglieder in der TG neu organisierten – bald schon verband beste Turnerfreundschaft beide Vereine. Beppler, Mosel, Vulpus sind beispielhaft genannte Namen, die sich mit der Geschichte dieses Vereins in seiner Aufbauphase verbinden.

Wie schon 1870, so mussten auch 1914 zahlreiche Turner ins Feld. Das Ende des Ersten Weltkriegs brachte der Zivilbevölkerung zunächst keine Erleichterung. Die ausländische Besatzung beschlagnahmte die mittlerweile vorhandenen Turnhallen und überwachte die Vereine.

Landauer-Damenturnriege

Landauer Damenturnriege um 1920

Erst 1921 hatten verschiedene Restriktionen ein Ende. Der TV feierte sein sechzigstes Stiftungsfest; die TG richtete 1924 das 13. Turnfest des Speyergaues aus. Aus Anlass des siebzigsten »Geburtstags« des TV sah Landau sieben Jahre später erneut das Speyergau-Turnfest. Aus dieser Zeit datieren auch die ersten Neujahrsfestspiele, bei denen oft auch Turner aus Baden und aus der Schweiz zu Gast waren. Die Festspiele boten der Bevölkerung einen Querschnitt aus dem turnerischen Leistungsprogramm und endeten mit Tanzveranstaltungen.

Das Dritte Reich nahm über den Reichsbund für Leibesübungen erheblichen Einfluss auf die Turnvereine. Zwar durften diese sich weiter betätigen, aber sie verloren zahlreiche Mitglieder, weil die Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei (NSDAP) alle wehrfähigen Männer und die Jugend in ihre uniformierten Verbände überführte. Mit dem Zweiten Weltkrieg erloschen die Aktivitäten der Turnvereine; nach dem Zusammenbruch des Dritten Reichs gestatteten die Bestimmungen des Alliierten Kontrollrats zunächst nicht, organisiert zu turnen.

Wiedergründung als Turnabteilung

Erst Ende 1946 konnten die Vereine wieder aufleben. In Landau entstand der ASV. Willi Hastrich und Jakob Kiefer sammelten die Landauer Turner. Nach der Währungsreform 1948 kam bundesweit allmählich der Turn-Wettkampfverkehr wieder in Gang. 1950 folgte Edmund Renner auf Jakob Kiefer im Amt des Turner-Vorsitzenden. Damals schlossen sich die Turner auch als Abteilung dem ASV an.
Für weiteren Auftrieb sorgte 1951 die Feier der neunzigsten Wiederkehr des TV-Gründungstags. Damals errang Norbert Kiefer in Schwabach den Titel eines Deutschen Juniorenmeisters im Deutschen Zwölfkampf, bei den Meisterschaften der Aktiven in derselben »Disziplin« in Hannover platzierte er sich auf Rang drei.

Norbert-Kiefer-dreimaliger-Deutscher-Meister

Norbert Kiefer – dreimaliger Deutscher Meister

Das erste Pfälzische Landesturnfest nach dem Zweiten Weltkrieg richtete die Turnabteilung, nun unter dem Vorsitz von Hermann Jäger, vom 18. bis 20. Juli 1952 auf heimischem Gelände aus. Für die Organisation erhielt die Abteilung Lob von allen Seiten. Da sowohl das Wetter wie andererseits Stadtverwaltung und Bevölkerung für optimale Rahmenbedingungen sorgten, ist auch die Begeisterung des damaligen rheinland-pfälzischen Kultusministers Dr. Albert Finck zu verstehen, zumal er teilweise hervorragende Leistungen miterleben konnte. In Hagen sorgte Franz Zaucker dafür, dass, wie im Jahr zuvor, sich der ASV erneut in der Siegerliste wiederfand: Der Landauer Turner erreichte den dritten Platz.

Beachtliche Erfolge kennzeichnen auch die folgenden Jahre. Beim Deutschen Turnfest 1953 in Hamburg wurde Jakfried Kiefer Juniorenmeister; damals startete ein starkes ASV-Aufgebot. In Bochum war 1959 Norbert Kiefer Spitze und wurde Deutscher Zehnkampfmeister.

Wettkampf und Freundschaft pflegten die Landauer Turner schon immer. So erklärt sich auch ihre Teilnahme am ersten Deutschen Turnfest nach dem Zweiten Weltkrieg 1948 in Frankfurt, obwohl zu diesem Zeitpunkt in der damaligen Französischen Besatzungszone – und damit auch in Landau – das organisierte Turnen noch verboten war. 1955 entstanden in Landau-Queichheim freundschaftliche Kontakte zum TV Ölten (Schweiz), den die ASV-Turnabteilung 1957 besuchte. Ebenfalls in jenem Jahr durfte sie die Deutschen Jugendbestenkämpfe ausrichten, wozu ihr Mitglied, Stadtrechtsrat Dr. Rudolf Ludwig, als Vorsitzender der Pfälzer Turnerbunds, den Stellvertretenden Vorsitzenden des Deutschen Turnerbunds (DTB), Karl Gerhardts, sowie die beiden DTB-Jugendwarte Hanna Bökamp und Dr. Harald Eiermacher begrüßen konnte. Dank des Verhandlungsgeschicks von Paul Franck, seit 1954 Abteilungs-Vorsitzender, und der Aufgeschlossenheit der Familie Kreuzer den Turnern gegenüber, war es der Turnabteilung möglich, 1957 das Gelände südlich der Spitalmühle, den »Turngarten«, zu erwerben. Denn damals zeichnete sich immer schärfer der Bedarf eines eigenen Turnerheims ab. Sukzessive erhielt das Areal seine gegenwärtige Gestaltung; zahlreiche Eigenleistungen der Mitglieder entlasteten dabei die Vereinskasse. Den Geländeerwerb hatte nicht zuletzt das vorherige, vorbildlich-sparsame Haushalten des Abteilungs-Kassierers Jakob Huwer ermöglicht.

Deutsche-Turnmeisterschaften-1961

Deutsche Turnmeisterschaften 1961 im Stadion Landau

Am 1. Januar 1961 erinnerte die Turnabteilung mit den Neujahrsfestspielen in der Festhalle an das Jubiläumsjahr »Hundert Jahre Turnen in Landau«. Die sportlich adäquate Leistung erzielte damals einmal mehr Norbert Kiefer, der den Deutschen Meistertitel im Deutschen Zehnkampf erringen konnte. Diese Deutschen Turnmeisterschaften im Landauer Stadion markieren einen weiteren Höhepunkt in der Vereinsgeschichte. 1967 erreichte die Turnerjugend beim Deutschen Turnvereins-Gruppenwettstreit in Schweinfurt den dritten Platz.

Fortschritte im »Turngarten« wurden 1972 für jedermann sichtbar, nachdem dieser Platz bis dahin nur Insidern als Übungsgelände bekannt war. Der erste Spatenstich zum Turnerheim erfolgte am 23. Mai, und am 22. Oktober konnte Richtfest gefeiert werden. Zuschüsse bewilligten die Stadt und das Land, Eigenmittel waren (neben den Eigenleistungen) ebenfalls vorhanden; ein Rest, 25000 Mark, wurde durch Spenden finanziert. Der Sportreferent der rheinhessen-pfälzischen Bezirksregierung in Neustadt, Regierungsdirektor Waldemar Hopp, war am 19. Mai 1973 Ehrengast der Turnabteilung bei der Eröffnung ihres Heims. Nach knapp einjähriger Bauzeit war jenes Haus entstanden, das sich zum Mittelpunkt des Vereinslebens der Abteilung entwickelt hat, hier finden auch vielfältige gesellige Veranstaltungen neben sportlichen statt. 1974 arrondierten die Turner den »Turngarten « um ein Faustball- und ein Rasenfeld. 1982 war eine größere Renovierung des Heims notwendig. Aber diesen Kosten steht der eben beschriebene Nutzen gegenüber. Manche Trainingsstunde müsste trotz der vielen Turnhallen und Sportplätze in Landau entfallen, böte das Turnerheim nicht seine Übungsmöglichkeiten.

Umgestaltung-des-Turngartens-1974

Umgestaltung des Turngartens 1974

Nach zwanzig Jahren legte im Sommer 1973 Paul Franck den Vorsitz nieder. Sein Nachfolger wurde Edmund Meßmer und Paul Franck Ehrenvorsitzender der ASV-Turner.

Vom Turnverein zum Mehrspartenverein

In den frühen siebziger Jahren gliederten sich der Turnabteilung die heutigen Sparten Volleyball und Leichtathletik an. Die Volleyballer hatten sich im Sommer 1971 auf Initiative von Diplom-Sportlehrer Werner Bauer und Lech Olejko gerade gegründet, während die Leichtathleten bereits 155 Mitglieder zählten, als der Turnrat am 4. Juni 1974 einstimmig ihrem Aufnahmeantrag zustimmte. Somit führte bei der leichtathletischen Traditionsveranstaltung »Südwestdeutsche Kampfspiele« 1975 die Turnabteilung Regie. Weil wegen des fehlenden Kunststoffbelags im Stadion viele gute Leichtathleten auf einen Start verzichteten, konnte 1980 diese Veranstaltung nicht mehr durchgeführt werden.

Volkslauf-1978

650 Läufer starten beim 3. Volkslauf 1978 im Stadion

Die Turnabteilung führte am 5. Mai 1976 erstmals eine Internationale Volkslauf-Veranstaltung durch. Der Start dieser Reihe verlief mit vierhundert Teilnehmern aus allen Teilen der Bundesrepublik Deutschland, aus Luxemburg, dem Elsass sowie aus Einheiten der französischen und der US-amerikanischen Streitkräfte erfolgreich. Im folgenden Jahr, wieder im Mai, zählte der zweite Internationale Volkslauf bereits sechshundert Starter.

Nicht »unter den Tisch fallen« soll das Engagement Landauer Turner auf höherer Ebene: Dr. Rudolf Ludwig war von 1951 bis 1966 Vorsitzender des Pfälzer Turnerbunds (später Ehrenvorsitzender). Weiter waren als Fachwarte im Pfälzer Turnerbund tätig: Paul Franck (Volksturnwart), Heiner Gäbisch (Pressewart), Rudolf Knack (Bauberater), Alfred Pelka (Jugendwart), Ursula Spieß (Jugendwartin), Otto Schupp (Kultur- und Pressewart), Kurt Müller (Turnfahrtenwart), Emil Kleinmann (Fachwart für das Musik- und Spielmannszugwesen) sowie Willi Hastrich (Kampfrichterobmann).

Vereinsfahne-Turnverein-1861

Vereinsfahne (die alte Fahne hängt im Heimatmuseum)

Die Vereinsfahne der Turnabteilung, die auf Beschluss des Turnrats (erweiterter Abteilungsvorstand) vom 9. November 1983 getreu dem Vorbild der Fahne des TV (eingeweiht am 29. Juli 1862) nachgearbeitet und am 17. November 1984 in der Rundsporthalle eingeweiht wurde, trägt in ihren Ecken die vier »Turner-F«. Die Worte »frisch, fromm, fröhlich, frei«, für die diese Initialen stehen, mögen nach heutigem Sprachgebrauch etwas antiquiert klingen, von ihrer tieferen Bedeutung her dürften sie nach wie vor aktuell sein. Vielleicht könnten diese Buchstaben auch stehen für Freiheit, Friede, Freude, Fortune. Das jedenfalls wünscht die Turnabteilung ihren Freunden und ihren Mitgliedern.

Aufschwung ins zweite Jahrtausend

Nach den Feiern zum 125-jährigen Jubiläum des Turnvereins im Jahre 1986 erfolgt eine Namensänderung. Diese wird auf der Mitgliederversammlung 1989 beschlossen. Mit der Umbenennung von einer „Abteilung Turnen e.V. im ASV Landau“ in den „Turnverein 1861 e.V. im ASV Landau“, bewahren sich die Landauer Turner ihre Tradition in Erinnerung an ihr Gründungsjahr.

Kunstturnriege-Regionalliga

Die Kunstturnriege in der Regionalliga 1990

In den achtziger und neunziger Jahren organisiert der TV mehrere Großveranstaltungen u.a. DLV-Jugendmehrkampf-Meisterschaften, einen Festungslauf mit Unterstützung der französischen Streitkräfte, ein Volleyball-Länderspiel zwischen den Junioren-Nationalmannschaften von Deutschland und Frankreich und ein Faustball-Länderspiel der weiblichen Jugend zwischen Deutschland und Österreich. Die Kunstturnriege turnt von 1989 bis 1994 erfolgreich in der Regionalliga und qualifiziert sich 1990 für die Aufstiegskämpfe zur zweiten Bundesliga.

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Deutscher Meister 1992 im Stabhochsprung mit 5,55 m: Mark Lugenbühl

In diesen Jahren beginnt mit Leichtathletiktrainer Jochen Wetter die Erfolgsgeschichte des Landauer Stabhochsprungs. 1992 wird Mark Lugenbühl Deutscher Meister im Stabhochsprung, Nicole Rieger wird Deutsche Juniorenmeisterin, 1994 und 1999 sogar Weltrekordlerin und 2000 Olympiafünfte in Sydney. Mehrere Stabhochsprungveranstaltungen mit neuen Weltrekorden finden in der Landauer Rundsporthalle statt.

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Nicole Humbert, Olympiafünfte in Sydney 2000

Im Sommer 1995 bauen die Volleyballer im Turngarten ein Beachfeld und nutzen dieses so intensiv, dass die Anlage 2002 erweitert und um einen Tennisplatz für Vereinsmitglieder ergänzt wird. Bald schon werden Turniere ausgetragen und erste Erfolge im Beachvolleyball stellen sich ein: Turnfestsiege, Pfalz- und Landesmeisterschaften sowie hervorragende Platzierungen bei Deutschen Jugendmeisterschaften im Beachvolleyball. Der TV tritt als Mitveranstalter bei drei spektakulären Beachturnieren auf dem Rathausplatz auf.

Auf der Mitgliederversammlung 1999 wird Edmund Meßmer zum Ehrenvorsitzenden ernannt und erhält die Ehrennadel des Landes Rheinland-Pfalz für seine Verdienste. Nach überaus erfolgreichen 26 Jahren als Vorsitzender (u.a. begleitete und organisierte er maßgeblich den Bau des Turnerheims) übergibt er sein Amt an Walter Wetzka.

Trio-der-Vereinsvorsitzenden

Vereinsvorsitzende: Walter Wetzka (1999-2009), Edmund Meßmer (1973-1999) und Hans-Peter Hertel (seit 2009)

Der Sturm Lothar entwurzelt im Dezember 2000 etliche Bäume und verändert das vertraute Bild im Turngarten. Die verbliebenen Pappeln auf der Westseite müssen zur Sicherheit doch noch gefällt werden. Mit einer Baumpflanzaktion im darauf folgenden Frühjahr wird der Turngarten wieder aufgefrischt. Das Erscheinungsbild des TV nach außen verbessern neue Logos/Signets, gestaltet von Mitglied Klemens Kluge. Die moderne Formgebung zeigt einen jung und frisch gebliebenen Turnverein mit seinen verschiedenen Sportarten, dargestellt in einprägsamen Piktogrammen mit hohem Erkennungswert.

2001 erweitert der Turnverein 1861 sein Sportangebot mit der Gründung einer Abteilung Tauchsport auf Initiative von Fritz Dern. Im Jahre 2006 feiert der Spielmannszug sein 75-jähriges Bestehen.

Nach zehn Jahren gibt Walter Wetzka im Mai 2009 den Vereinsvorsitz ab und wird zum Ehrenmitglied ernannt. Sein Nachfolger ist Hans-Peter Hertel.

In den letzten 25 Jahren bewegt sich die Mitgliederzahl zwischen 1100 und 1300, rund die Hälfte davon sind Kinder und Jugendliche. So zeigt sich der 150-jährige Turnverein einerseits der Tradition verpflichtet, aber immer offen für die sportbegeisterte Jugend. Der Turnabteilung im Turnverein gehören die Sparten Gerätturnen, Faustball, Rhönrad, Trampolin und das Spielmannszugwesen an. Die weiteren Abteilungen des Turnvereins sind Volleyball (seit 1971), Leichtathletik (seit 1974) und Tauchsport (seit 2001). Somit ist der Turnverein inzwischen Mitglied in vier verschiedenen Fachsportverbänden.